Sao Thome, vulkanische Insel ungefähr an der äussern Grenze des Meerbusens von Guinea (auf dem kussern Rande des Golfs von Biafra, zwischen 0%2° und 0 30‘ nördl. Br. und 6034° und 60 54° östl. L. v. Gr.; ca. 9209 . km gross; ihre grösste Länge, von der Praia Inbame im Süden bis zum Morre Carregado im Norden, beträgt ca. 52 km, ihre grösste Breite, von der Ponta Furada im Westen bis zum Ilheo do Sta. Anna an der Ostküste, ca. 34 km. Von Gabon, dem nächsten Küstenteil des afrikanischen Festlandes ist ca. 268 km, von Annobom 190 km, von Principe 145 km und von der Kamerunküste 476 km entfernt. Die wichtigsten Buchten sind: die Bahia de Anna de Chaves, Angra de Sao Irano (der einzige gute Hafen), Bahia da Praia grande und die Bahia de Jogo-Jogo. — Höchster Berg ist der Pico de S. Thom& (2000 m hoch); der zweithöchste der Pico de Anna de Uhaves (1600 m hoch). — Die Insel hat mehr als 100 Flüsse (Rios): der Rio Grande, Rio Abbade, Rio do Ouro (Goldfiuss) und Rio Manoel Jorge sind die vier grössten derselben. — Die Insel bildet mit den Schwesterinseln Principe, Rollas und dem kleinen Fort Ajudä die portugiesische „Provincia ultramarina de S. Thom6 e Prineipe“ mit der Hauptstadt und dem Sitz der Provinzialregierung Cidado de 8. Thome; sie ist in 9 Distrikte eingeteilt (10. Distrikt ist die Insel Rolas). — Die Einwohnerzahl betrug 1878: 18 266, davon 1200 Weisse, die übrigen Neger (Thomenser und Angolares). — Das Klima ist für Europäer gefährlich (bösartige Malaria). Hauptausfuhrartikel sind: Kaffee (1879/80: 1 717 537 kg) u. Kakao (1879/80: 466 703 ke); die übrigen Erzeugnisse (Mais, Mandioka, Bananen, Ananas, Palmöl, Kokosnüsse, Bauholz ete.) haben nur für die Insel selbst Bedeutung. Neuerdings hat man den Anbau des Chinabaums und der Vanille mit Erfolg versucht.