Serafschan oder Sarefschan (d. i. der Goldspender), Fluß in Turkestan, entspringt unter dem 88. östl. L. und 39.“ nördl. Br. an dem vom hohen, mit ewigem Schnee bedeckten Kok-ssu-Gebirge gestützten Serafschan-Gletscher, fließt in seinem obern Laufe bis zur Stadt Pendshikend in einem von steilen Gebirgsmassen eingeengten Thale, welches sich bei dem Dorfe Firman-Tepe westwärts zu erweitern beginnt. Die in den S. mündenden Zulüsse erreichen meist nur bei hohem Wasserstande den Hauptfluß. Bei dem in der Nähe von Samarkand gelegenen Berge Tschoponaty wird der S. durch einen künstlichen Damm in zwei Arme geteilt, den Ak-Darja (weißer Fluß) und Kara-Darja (schwarzer Fluß), welche sich westlich bei der Stadt Khatyrtschi auf der Grenze des Emirats Bokhara wieder vereinigen. Weiterhin folgt der S. einer wesentlich westl. Richtung und verliert sich, nachdem er durch einen gegrabenen Kanal die Stadt Bokhara mit Wasser versorgt hat, in den Karal-Köl genannten Salzsumpf. Das Thal des S. wurde 1868 von den Russen in Besitz genommen und daraus im Aug. 1870 der zum Generalgouvernement Turkestan gehörige Distrikt S. gebildet, welcher (1883) auf 50930,7 ꝗkm 546 660 E. zählte und Samarkand (s. d.) zur Hauptstadt hat.