Schuver, Juan Maria, der verdiente Erforscher der Wasserscheide zwischen Blauem und Weissem Nil und der Grenzgebiete zwischen Neger- u. Gallastimmen, ward am 26. Februar 1852 in Amsterdam geboren. Die Lust am Reisen erfasste ihn, als er, 18 Jahre alt, seinen Vater auf einer längeren Vergnügungsreise durch fast ganz Europa und Palästina begleitete. Nachdem er längere Zeit planlos umhergestreift und im Lauf der 70er Jahre (während des Karlistenkriegs) in Spanien sich umgesehen, stattete er Marokko einen flüchtigen Besuch ab und ging, nachdem er während des russisch -türkischen Krieges die Balkanhalbinsel bereist hatte, nach Ägypten, Arabien und Persien, von dort 1879 nach London, um sich auf dem Observatorium der Royal Geographical Society u, unter J. Coles’ Lei- ‚tung im Gebrauch wissenschaftlicher Instrumente auszubilden. Ende 1880 war er wieder in Ägypten: am 1. Januar 1581 brach er, in der Absicht, von Nennar durch die Gallagebiete bis zum Indischen Ozean vorzudringen, von dort auf. Er gelangte über Fadasi, den fernsten Punkt Marnos, Gessis und Matteuccis, südwärts bis zu den Lega-Galla: und stellte die Wasserscheide zwischen Sobat und Jabus durch sorgfältise Routenaufnahmen und Ortsbestimmungen fest. Nach Famaka im Sennar zurückgekehrt, wandte er sich im April 1832 nach Osten, und auch hier glückte es ihm, die Erforschung der ägyptischabessinischen Grenzgebiete um ein bedeutendes Stück zu fördern. Die schwierige Lage, in welche die von dem Mahdi auch im Sennar angestifteten Unruhen ihn versetzten, indem er der fanatisierten Bevölkerung als Spion verdächtigt wurde, sowie Differenzen mit dem Gouverneur veranlassten ihn, im September 1882 nach Chartum zurückzukehren, um zunächst die Entwickelung der Verhältnisse im Sudan abzuwarten. Er benutzte die Musse zu manchen Exkursionen, namentlich zu der Aufnahme der Umgegend von Chartum. Als endlich keine Aussicht vorhanden war, in kurzer Zeit wieder in sein Forschungsgebiet, das Land der Galla, »urückkehren zu können, entschloss er sich plötzlich, die günstige Gelegenheit, welche die Abfahrt des Dampfers „Ismailia“ nach dem Bachr-el-Ghasal bot, zu benutzen, um hier sein Glück zu versuchen. Nach den bisher eingetroffenen, teilweise einander widersprechenden Nachrichten, welche Mitte Januar mit dem Dampfer „Ismailia“ nach . Chartum gelangten, soll S. gegen den Willen des Gonverneurs den Dampfer verlassen haben und durch das Gebiet der aufrührerischen Dinkas nach Djur Ghattas aufgebrochen sein, unterwegs aber trotz der ihm mitgegebenen Begleitung von fünf Niam-Niam-Soldaten am 25. August erschlagen worden sein. Der Dinka-Dolmetscher, welcher sich in seinem Gefolge befand, vermochte sich zu retten, und auf seinen Aussagen allein beruht bisher die Kunde von dem Tode des Reisenden. Da auch über seinen Diener, den Ungar Carl Nagy, wie über den Verbleib der Soldaten nichts verlautet, so ist die Annahme nicht unberechtist, dass der Dolmetscher desertiert ist und daher falsche Aussagen macht. Die Erforschung Afrikas verliert in 8. einen zu grossen Erwartungen berechtigenden Anhänger („Peterm. Mitteil.“ 1883, Heft 3).