Stecker, dann Rohlfs, nach Bengasi, dem’ Sitze der Regierung, zurückeilten, um dort Unterstützung zu holen. Indessen öffnete Sich den Reisenden infolge reicher Geschenke an. den Sultan von Djalo der Weg südwärts über Kufra nach Wadai. Sie gelangten glücklich nach Kufra . und erforschten dieselbe auch in ihrer ganzen Ausdehnung; wurden aber am 12. September abends von Suyaarabern,fanatischen moslimischen Fremdenhassern, überfallen und geplündert. Zwar. gelang es ihnen, am 14. September ihren Bedrängern zu entfliehen und am 25. Oktober Bengasi wieder zu erreichen, indessen a Verlust eines sehr grossen Teils ihres Gepäcks, sowie der für ‘den Sultan von Wadai bestimmten Geschenke. Während Rohlfs nun über Alexandrien nach Europa zurückkehrte, versuchte Stecker schon damals, St einem anderen Wege, vielleicht über Darfur, Wadai zu erreichen; aber, auch diesmal erfolelos. Ende September 1880 begleitete 8. wiederum den im Auftrage des deutschen Kaisers an König Johannes von Abessinien entsandten Gerhard Rohlfs und begab sich von dort, während Rohlts nach Erledieung seines Auftrags wiederum nach Europa zurückging, an den Tana- Dee, das Wasserbassin des Blauen Nils. Er nahm dasselbe kartographisch auf, erforschte ebenso verschiedene Teile Abessiniens, unter ihnen die vor ihm nicht besuchten Gebirgslandschaften im Osten Abessiniens und kam im März nach Godjam, einem Königreich im Süden Abessiniens, von dessen König Tekla Haimandt er freundlich empfangen wurde. Mit Empfehlungsschreiben desselben an die Galla-Könige von Enarea, Ghera und Kaffa versehen, drang nun S. um Mitte April in die noch wenig bekannten, südlich vom Blauen Nil gelegenen Galla-Länder ein, erreichte jedoch das Ziel seiner Reise, das Königreich 'Kaffa, nicht, da seinen Forschungen durch einen vom König Menelik von Schoa gegen den König von Godjam unternommenen Kriegszug ein Ende bereitet wurde. 8. geriet, nur einige Tagemärsche von Kaffa entfernt, in die Gefangenschaft des Königs Menelik, der ihn für einen Spion des. Königs von Godjam hielt, mehrere Wochen lang streng bewachen liess, und nach der Schlacht zwischen den beiden Königen, die Anfang Juli stattfand und an der $. teilnehmen musste (der König von Godjam wurde in derselben mit seinem Heere sefangen genommen), mit nach Schoa schleppte. Es gelang jedoch 8. durch diesen unfreiwilligen Kriegszug, eine ganze Reihe von Landschaften zu besuchen, die bisher gänzlich unbekannt waren, und eine Anzahl neuer Seeen zu entdecken, darunter den in dem südlich von Schoa gelegenen Lande der Adda-Galla befindlichen prachtvollen Kratersee Sekuala (in einem ca. 200. m hohen Vulkankegel), den noch nie besuchten geheimnisvollen Suai-See unter 9° nördl. Br. Steckers Lage war indessen eine höchst schlimme, und sie besserte sich erst, als der beim König ‚Menelik von Schoa wohl: angesehene italienische Forschungsreisende Marchese Antinori in Schoa eintraf und seine Befreiung bewirkte. Ein Schreiben des Negus Negesti Johannes berief S. zu dem am Haik-See (im Norden von Schoa) weilenden Herrscher, der einen Kriegszug, in Gemeinschaft mit den inzwischen ausgesöhnten Königen von Godjam und Schoa, nach den östlichen Gallaländern Antscharo, Tschaffo, Rikko und Argobbe unternehmen wollte, wodurch S. Gelegenheit erhielt, diese sonst unzugänglichen Länder kennen zu lernen. Da eine neu geplante Reise nach Kaffa undurchführbar war, so entschloss sich S., nachdem er noch den Haik-See und den südlich gelegenen Ardibbo-See aufgenommen, zur Rückreise nach Europa, und traf Mitte April, über Gondar, Wogar und das hohe Semien-Gebirge, dessen Spitze, an 15000 Fuss hoch, er bestieg, im Juli 1883 wieder in Massauah am Roten Meere ein.