Rohlfs, Gerhard, berühmter Afrika- _ reisender, geb. 14. April 1832 in Vegesack, trat 1848 in die Armee und nahm am Schleswig-Holsteinschen Feldzug teil, in dem er sich namentlich in der Schlacht bei Idstedt auszeichnete; studierte dann Medizin in Heidelberg, Würzburg und Göttingen. Das Verlangen, fremde Länder kennen zu lernen, trieb ihn durch Österreich und Italien nach Algier, wo er in die Fremdenlegion eintrat, in welcher er für bewiesene Tapferkeit wiederholt ausgezeichnet wurde. Dort wurde er mit der arabischen Sprache so vertraut, dass er auf Reisen ins Innere sich für einen Mohammedaner ausgeben konnte. 1861 ging er nach Marokko, gewann dort die Gunst des Grossscheriffs Sidi-el-Hadschi - Absalom, und unternahm von ihm mit Empfehlungen versehen viele Kreuz- und Querfahrten durch Marokko. Im Juli 1862 trat er seine erste Reise nach Zentral-Afrika an und zog von Tanger über Tuat nach Tripolis. Nach kurzem Aufenthalt in der Heimat, kehrte er 1865 nach Afrika zurück. Reisen nach Bornu (1866), Abessinien (1868), libysche Wüste (1873), Innerafrika (1878). Den Reisen Rohlfs verdankt man .die erste gründliche Beschreibung und die ersten korrekten Karten von Tuat, Tidikelt, Ued Ssaura und. einzelner Teile des Atlas und Marokkos. Nachdem er mehrere Jahre als deutscher Konsul in Tripolis thätig gewesen, wurde er 1884 als (reneralkonsul nach Sansibar versetzt. Die Spannung zwischen dem Sultan und Deutschland, welche durch die Erwerbungen in Ostafrika hervorgerufen wurde, führte bekanntlich zu Rohlfs Abberufung von seinem Posten, über deren eigentliche Veranlassung bisher nichts Näheres bekannt geworden ist. Rohlfs Hauptwerk ist: „Quer durch Afrika“, Leipzig, 1874, 2 Bände.