Sudan, d.i. das Land der Schwar zen, beginnt an der Südgrenze der maurischen und berberischen Stämme, wo an die Stelle der nordafrikanischen Oasenbewohner und Nomadenstämme sesshafte Negerstäimme treten. Der Sudan dehnt sich in einer Linie von 4600 Kilometern von dem Westrand des abessinischen Hochlandes bis au die Küsten des Atlantischen Ozeaıs aus, zwischen 16% und 91/,% n. Bi. im Osten und 14% und 5!/,% n. B. im Westen. Die zentral gelegene! Depression des Tsadbeckens teilt den Sudan in eine östliche und eine west: liche Hälfte. Zur ersteren gehöre Wadai, Darfur, Kordofan und Senna, zur letztern die Plateaulandschaften der Haussa-Staaten und Mandingo-Reiche. „Jenseits der Tsadsee-Depression, welche sich, wie Rohlfs nachgewiesen hat, in südwestlicher Richtung bis zum 12." östl. von Greenwich erstreckt und den ganzen nördlichen Teil von Mandara oder Uandala umfasst, steigt der Boden des Sudan wieder ziemlich wnvermittelt, d. h. steil aus der Niederung zu einer Hochebene empor, welche in mehreren Terrassen nach Süden zum Benue, nach Norden zur Sahara, nach Westen zum Nigir, nach Osten zum Schari und zum Tuburi-Sumpf abfällt und von einzelnen Bergmassiven sowohl als auch förmlichen Gebirgszügen,. allerdings von „iemlich mässiger Entwickelung, gekrönt wird. Die ganze Erhebungszone zwischen den Flüssen Sokoto und Waube im Norden, Benue und Nigir im Süden kulminiert bei einer mittleren Seehöhe des allgemeinen Niveaus von ca. 580 Metern, im isolierten Massiv des Mendif, welcher nach Erkundisungen Barths ca. 1900 Meter Höhe erreichen soil. Ihm folgen die Spitzen des Padogo- und “und Beladeba-Gebirges im südlichsten Teile von Mandara, das Ringim- und Gora-Gebirge im Sokoto-Reiche. Die Form der genannten Erhebungen ist sehr oft eine bizarre, zuckerhut- oder würfelähnliche, das Gebirgsland überhaupt ein stellenweise sehr wildes. Besonders steil und von ausgeprägter Terrassenbildung ist der Abfall der Hochebene zum Mittellaufe des Benue, woselbst dieser im Muri-Gebirge in in den Gipfeln Tangale und Wurkoni noch ca. 950 Meter Höhe erreicht, Auf der Hochebene selbst bezeichnet das in ca. 1800 Metern kulminierende Gora-Gebirge die Wasserscheide zwischen dem Atlantischen Ozean und dem abtlusslosen Binnenbecken des Im weiteren Sinne verstehen wir nnter Sudan auch noch die Guineaküste, welche ethnographisch zu demselben gehört. Das ist der Hoch-