FeedMittelschnepfe
Haus & KücheAppetit-Lexikon 1894

Mittelschnepfe, Doppelschnepfe oder Pfuhlschnepfe, die kleinste, aber delicateste unter den in der europäischen Küche heimischen Schnepfenarten, brütet vorzugsweise in der Tundra Lapplands und Sibiriens und kommt nur vereinzelt als Brutvogel auch in Norddeutschland bis herab zu den anhaltischen Fürstenthümern vor. Auf dem Striche, der sie über ganz Europa bis tief ins innere Afrika hinunterführt, ist sie im August die erste, auf dem Wiederstriche im Mai die letzte. Nur um eine Wenigkeit kleiner als die Becassine, entwickelt sie sich im Herbste zu einem wahren Fettklumpen und liefert in dieser Gestalt einen Spießbraten, dessen Genuß einen viertelstündigen Aufenthalt im Paradiese aufwiegt. Leider muß man bereits gute Connexionen im Kreise der Grünröcke besitzen, um ihrer habhaft zu werden, denn da ihr weder die Vorsicht des Brachvogels noch der Zickzackflug der Becassine eigen sind, so wird sie fast mit jedem Jahre seltener.

Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 353Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei

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