FeedSeewein
BaukunstAppetit-Lexikon 1894

Seewein, weißer und rother, führt den Namen vom Bodensee, an dessen Ufern er namentlich zu Meersburg, Schloß Bodman, Hagne, Unkerlingen, Constanz und auf der Insel Reichenau gezogen wird. Der Seewein glänzt durch eine ganz eigenartige Säure, die unter allen Weinen ihm zuerst die Bezeichnung als „Dreimännerwein“ eintrug, in seiner Heimat jedoch für eine Tugend und sogar für gesund gilt. Indessen hat ihn eine bessere Behandlung seit etwa vierzig Jahren sehr gehoben und namentlich der rothe Meersburger aus der Bodenseetraube (blauer Sylvaner) gilt jetzt mit Recht für eine auch in weitern Kreisen genießbare Sorte. Er erinnert im Geschmack an die südlichen Weine, muß aber durchaus jung getrunken werden, da er wie aller Seewein bei längerm Lagern merklich an Güte einbüßt. Marktort ist Constanz.

Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 508Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei

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