Zander oder Sander, in Süddeutschland Zahnmaul, in Oesterreich Schill und Fogos ch, ungar. Fogas, einer der werthvollsten und wichtigsten europäischen Süßwasserfische von durchschnittlich 45—50 em Länge und 1 bis 1½ kg Gewicht, nicht selten aber auch über Im lang und bis 15 Kilo schwer, bewohnt vorzugsweise kühle, festgründige Gewässer Mitteleuropa's, namentlich Rußlands, Oesterreich-Ungarns, Deutschlands und Südschwedens, ist aber schon im Wesergebiet selten und fehlt im Rheingebiet, in Frankreich und England gänzlich. Auch an der Ostsee, von woher er sonst in bedeutender Menge gesalzen und getrocknet in den Handel kam, beginnt er bereits seltener zu werden, wird aber dafür etwa seit 1880 in großartigen Quantitäten (angeblich 400 000 d jährlich) von Astrachan her auf den Markt gebracht. Berühmt ist der Zander des Plattensees, der Fogasch, den man früher sogar für eine eigene Art ansah (daher heißt auch der Donau-Zander in Ungarn nicht Fogas, sondern Süllö), und der in Wien nie unter 2½ Mark per Kilo zu haben ist, während der Preis des Schills bis auf Mark herabgeht; der höchste Preis ist für beide Sorten der gleiche, nämlich 4¼ Mark per Kilo. Uebrigens scheint auch der Fogosch seltener zu werden, denn seit 1885, wo noch rund 10 000 kg auf den Wiener Markt kamen, ist die Zufuhr von Jahr zu Jahr zurückgegangen und beträgt jetzt nur noch zwischen 4000 - 5000 kg. In der Küche wird der Schill im Wesentlichen wie der Hecht behandelt, er tritt also in Essigwasser gesotten mit Senfsauce, in Butter gedünstet mit Kräutern, gepflückt mit Sauerkraut in Fett gebacken, sowie in Schnitten geröstet, gebacken, mit Mayonnaise oder mit Austern auf. Außerdem aber wird er in Wein gesotten oder gespickt und dann gedämpft mit italienischer Sauce servirt, und in Ungarn bereitet man aus Fogoschgehäcksel, Maismehl und Ei längliche Klöße, die Fogasgomboez oder Zanderklößchen, die, mit Tomatensauce angerichtet, zu den Schüsseln erster Klasse zählen. Uebrigens läßt keine Küche dem Schill mehr Gerechtigkeit widerfahren als die Wiener, die bereits 1890 nicht weniger als 48 260 kg verbrauchte und es seitdem schon über 65 000 kg im Jahr gebracht hat.