FeedHuchen
TierreichAppetit-Lexikon 1894

Huchen, Hauch oder Donaulachs, in der That ein Lachsfisch und obendrein eine rein österreichische Speeialität, da er sich nur in der Donau und in deren unmittelbar vom Gebirge kommenden rechtsseitigen Zuflüssen findet, „ist um so zarter, je eher er verzehrt wird, denn lang in Essig oder geselchet aufbehalten, wird er zähe und spissig. Hat ein mürbes Brät (Fleisch) sonsten, das sich leichtlich bröselt, daher er auch für einen verdaulichen und gesunden Fisch geachtet wird“ (Hohberg). Das weiße und feste Fleisch ist allerdings schmackhaft, steht aber doch hinter Lachs und Saibling beträchtlich zurück und wird dementsprechend niedriger (mit 2 bis höchstens Mark per Kilo) bezahlt. In den naturwissenschaftlichen Handbüchern kommen noch immer Huchen von 2 m Länge und 50 kg Schwere vor, auf dem Markte indessen ist diese Sorte nicht zu haben. Galt doch schon am 11. Februar 1564 ein Vierzigpfünder für eine solche Merkwürdigkeit, daß Kaiserliche Majestät ihn „eigenhändig“ zu besichtigen geruhten. Wien ist auch schon zufrieden, wenn nur 300 kg Huchen jährlich die Linie passiren, denn in den weitaus meisten Jahren muß es sich mit weniger begnügen.

Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 237Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei

In anderen Lexika 1

Alle Lexika nebeneinander →

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Tierreich 6