Aesche, in Oesterreich je nach Alter und Größe Sprenzling, Mailing, Aeschling und, völlig erwachsen, Asch oder Ascher genannt, ein Flußfisch erster Güte, der nicht nur ganz wie die Forelle zubereitet, sondern derselben auch seines zarten, weißen Fleisches wegen vollständig gleichgestellt wird. „Sein Magen ist weiß, dick und fett, wird von den Köchen ausgesäubert und neben dem Fisch als ein Schleckessen auf die Herrentafel getragen“, heißt es bei dem Freiherrn v. Hohberg (um 1680), der zugleich den Aeschenreichthum der Traun, des Attersees und der Ager rühmt. In Oberösterreich bestanden auch schon im 16. Jahrhundert Schongesetze zu Gunsten des edlen Fisches, der alles Schlamm- und Standwasser sorglich meidet. Eben aus letzterem Grunde ist er westlich der Oder so selten, daß der Preis, der in Oesterreich, Süddeutschland und der Schweiz nicht über 1 Mark pro Kilo hinauszugehen pflegt, in Norddeutschland 3 Mark im Durchschnitt beträgt, zumal da der Transport des lebenden Fisches bei dessen ungemeiner Empfindlichkeit seine ganz besonderen Schwierigkeiten hat. Im 18. Jahrhundert räucherte man deshalb die Aesche für den Versandt. Eine geräucherte Aesche ist indessen in ihrer Art um kein Haar besser als ein gebackener Borsdorfer, und so hat man diese Zurichtung neuerdings vollständig aufgegeben.