Hipparchia, Eine Schwester des Metroclis und Eheweib des Cratetis, war der Philosophie sehr ergeben, und liebte die Studia dergestalt, daß sie durchaus keinen Ungelehrten heyrathen wolte. Sie hat Hypotheses Philosophicas, Epicheremata und Quæstiones an den Theodorum mit dem Zunahmen Atheum, gesandt: auch hat sie vortreffliche Tragœdien nieder geschrieben, und den Platonem sehr imitiret Diese vortreffliche Philosopha hatte sich, als sie noch ledig war, in den Crateten wegen seiner Philosophischen Wissenschafft also verliebet, daß sie sich, weil ihre Eltern es hintertreiben wolten, den Tod anzuthun drohete. Selbst Crates, der nichts Liebenswürdiges an sich fand, wolte ihrer Liebe nicht glauben, viel weniger annehmen; Als sie aber bey ihren Entschluß verbliebe, ist er endlich aufgestanden, hat seinen Mantel abgeleget, und seinen höckerigten Rücken sehen lassen, auch ist in diese Worte heraus gebrochen: Damit niemand betrogen werde, so sehet mich erst recht an, diß ist der Bräutigam: hiernechst warff er seinen Stab und Tasche hinweg, sagende; und diß ist mein Braut-Schatz, bedencke dich daher, denn ich kan sonst keine Frau nehmen, es müste ihr denn dieses alles gefallen. Weil nun Hipparchia darbey beständig verharret, hat er alsobald in Gegenwart ihrer Eltern und anderer Anwesenden, seinen Mantel auf die Erde ausgebreitet, seine Braut darauff niedergeleget, und selbige nachdrücklich durch Beyschlaff geküsset.