Beyfuß, Armoise, Artemisia, (von der Königin Artemisia, so dieses Kraut zu allererst gefunden und wahrgegenommen, also benennet;) hat nicht nur seinen Nutzen in der Medicin, sondern auch in der Küche, sonderlich die Gänse auszufüllen u. selbige nicht nur desto schmackhaffter, sondern auch gesunder zum verdauen zu machen, weilen dem Frauenzimmer das Gänse-Fleisch dasjenige gerne aufzuhalten pfleget, was doch sonst den ordentlichen Lauff haben soll. Ehe man aber dieses Kraut in die Gänse stecken will, muß selbiges zuvorher gelesen, in der Lufft getrocknet und in heissen Wasser gesotten werden.
Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 204Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0