Bisam, Moschus, du Musc, ist eine dunckel-graue und lieblich riechende Materie, die von einem Ost-Indianischen Thier, welches wie ein Reh aussehen soll, herkommt, wie davon ein mehrers in D. Schrœckii Tractat nachzusehen. Es stärcket dasselbe das Hertz und alle innerlichen Glieder, dienet wieder den Schwindel und stinckenden Athem; Dahero die Köche ihn bißweilen unter ihre Gelées nehmen, und selbige dadurch annehmlich machen. Die aber solche Speise geniessen, müssen sich vor Wein-Debauchen hüten, sonst verfallen sie statt der vermeynten Stärckung in grosse Leibes-Schwachheit und Kopffweh.
Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 221Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0