FeedFlöhe
BaukunstFrauenzimmer-Lexicon 1715

Flöhe, Sind dasjenige kleine schwartze und geschwind hüpffende Gewürme, so das Frauenzimmer durch das stechen zu beunruhigen pfleget, und von diesem Geschlechte sehr verfolget wird. Man pfleget dergleichen Thierlein, offtermahls zur Lust an kleine, zarte und subtile göldne Kettlein zu legen. In der Africanischen Insul S. Thomæ, sollen die meisten Flöhe auf der gantzen Welt gefunden werden, welche das innwohnende Frauenzimmer gar erbärmlich plagen: wenn aber fremd Frauenzimmer dahin kömmt, bleibet selbiges von solchen schwartzen Feinden frey und ungekräncket, welches zu bewundern ist. Die bekannte Engelländische Qväckerin Anna Ovvena Hoyers, so der Pythagorischen Secte zugethan war, hatte gegen die Flöhe ein solches Mitleiden, daß wenn sie ein solches Thierlein bey sich fand, sie selbiges nicht todt schlagen wolte, sondern es auf einen Hund, deren sie etliche absonderlich hierzu hielte, setzte. Vid. Feustkings Gynæceum Hæretic. Fanaticum. p. 361.

Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 551Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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