FeedKatze
Sitten & ModeFrauenzimmer-Lexicon 1715

Katze, Ist ein bekanntes und in dem Hause sehr nützliches Thier, so von denen Weibern deßwegen geheget wird, damit es die Ratten und Mäuse wegfänget: das Männlein heisset der Kater, und wird öffters castriret, damit er sich durch das Ausschweiffen nicht allzuweit aus dem Hause verlauffe. Diejenigen so in dem May-Monat geworffen und gehecket werden, hält man vor die besten. In China halten die Weiber auf ihre Spiel-Katzen, so Sumxi und Fexi heissen, sehr viel, massen sie selbige mit schönen Hals-Bändern auszuzieren pflegen, und sollen selbige von sehr schönen gläntzenden Fellen und Haaren seyn, so, daß man öffters vor eine solche Katze sieben und mehr Silber-Cronen zahlen müsse; Uberdieß besitzen die Chinesischen Weiber auch eine Art schneeweisser Katzen, so lange Ohren und sehr viel Haare haben, welche sie sehr zärtlich halten, und selbige, wie das Teutsche Frauenzimmer die Bologneser Hündlein, stets mit sich herum zu tragen pflegen; Es taugen selbige aber gar nicht zum Mausen. Dasjenige Frauenzimmer, so denen Katzen gewogen ist, und selbige zu hegen pfleget, soll nach dem alten Abergläubischen Sprichwort einen sehr frommen Mann bekommen.

Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 1034–1035Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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