Frauenlob, Heinrich; war ein Thumherr zu Mayntz, der von dem Frauenzimmer solche Ehre genossen, dergleichen keiner weiter zu hoffen hat. Denn weil er als ein guter teutscher Poete viel Lieder und Gedichte diesem schönen Geschlechte zu Ehren aufgesetzet, und A. 1317. sturb, auch am Tage St. Andreas sein Begräbniß angestellet ward, versammlete sich das vornehmste Frauenzimmer aus Danckbarkeit gegen ihn, in seinem Hause, trugen seinen Leichnam auf ihren zarten Schultern nach der Thumkirche zu, allwo sie selbigen in einen Creutzgange selbst beerdigten: als auch die Gruft von ihnen wieder zugefüllet war, besprengten sie das Grab so häuffig mit Weine, daß derselbe durch den Creutzgang strömete, und die gantze Kirche mit dessen Geruch erfüllet ward. Uberdieß betraureten sie diesen ihren liebgewesenen Panegyristen ein gantzes halbes Jahr, sonder Anhörung einiger Music und mit Einstellung alles Tantzens: ja ihre Hochzeiten wurden biß nach verflossener Trauer verschoben.