Frölichin, Eva Margaretha, eine zwar gelehrte und in Theologischen Sachen wohl belesene Weibes-Person, aber auch darbey wunderseltsame Wiedertäufferin und Quäckerin: kömmt, ihrem fanatischen Geiste nach, fast der bekannten Burignonia bey, ausser daß sie mehr Grillen vom tausendjährigen Reiche als jene heget. Man findet ein Buch von ihr, unter nachstehenden Titul: Evangelium vom tausendjährigen Reich Christi, Matth. 24. Cap. v. 14. Offenbahrung Joh. 20. v. 4. Auslegung über die Sieben Gemeine in der Offenbahrung Johannis, auf welche Potentaten sie zielen in der Christenheit, durch den Geist der Warheit, so der grosse GOtt mir gegeben, aus Alten und neuen Testumente bewiesen. Weil nun die Christenheit soll verstöhret werden, das Pabstthum untergehen, Jerusalem gebauet, die Jüden zum Christlichen Glauben bekehret, und ein Hirte und eine Heerde in der Christenheit auf Erden, ein Glaube soll werden. Und dieses wird geschehen zu der Zeit, wenn Christus, Carl und Christian werden zusammen gehen, so ist es mit dem Pabst gethan, sie können nicht bestehen. Dieses versichere aus Gottes Wort ich Eva Margaretha Frölichin. Gedruckt zu Amsterdam den 1. Junii A. 1687. In der Vorrede dieses Büchleins weissaget sie: A. 1691. würden die Frantzosen nach Stockholm kommen, aber im folgenden Jahr würde Christus für Carl den XI. König in Schweden streiten, und alsdenn würde das tausendjährige Reich Christi durch Hülffe dieses Carls, Christiani V. in Dännemarck, wie auch der Sächsischen und Lüneburgischen Hertzoge auf Erden aufgerichtet werden. Sie hat auch noch ein anderes Buch von der Jüden Gnadenwahl geschrieben. Zu Amsterdam soll sie ein Schild mit dieser Uberschrifft: Hier wohnet eine tausendjährige Prophetin, welche heisset Eva Margaretha Frölichin, ausgehangen haben; auch über all in der Welt herum gereiset und ihre tollen Lehren ausgestreuet haben. Vid. D. Rangon. Sueciam Orthodox. P. III. c. 21. p. 332. Tenzel. Monatliche Unterredung ad An. 1692. p. 524. Colberg. Christian. Plat. P. I. p. 261.