Gries, Flos, (Pollen) la fleur de la farine, wird aus gutem Weitzen gemacht; wenn nemlich der erste Gang von der Mühle herab läufft, pfleget man selbigen durch ein enges Sieb zu sieben, und das ausgesiebte aufzubehalten, welches hernach Gries heisset. Diese Kost scheinet noch von denen Römern her zu kommen, als die in die 300. Jahr ab urbe condita statt des Brodtes sich mit Brey aus Gries gemacht, genehret haben. In der Küche hat er vielfältigen Nutzen, indem er hin und wieder an die Speisen verbraucht wird, wie solches bey gewissen Zubereitungen derselben kan abgemercket werden.
Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 687–688Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0