Krebs-Farce anders, Diese bereitet gleich also wie die vorige, und wennsie im Durchschlag abgelauffen, so schüttet sie wieder in den Mörsel, schneidet drey Viertel Pf. guten Nieren-Talg gantz klein, thut ein Paar Hände voll in Milch eingeweichte und wieder ausgedruckte Semmel hinein, würtzet es mit Muscaten-Blüten und geriebenen Citronenschalen, schlaget 4. gantze Eyer darzu, und stosset solches gantz klar. Hernach schlaget noch 4. Eyerdotter drein, mischet ein Viertel Pf. Krebs-Butter drunter, und stosset dieses ferner, damit es sich durch und durch erröthe. Diese Farce könnet ihr brauchen zu was ihr wollet, entweder Krebse damit anzuschlagen oder Kalbs-Füsse, Lamms-Füsse, Klöse etc. oder wozu ihr es sonst nehmen wollet.
Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 1090–1091Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0