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AllerleiFrauenzimmer-Lexicon 1715

Mensch, Bedeutet nach der allgemeinen und üblichen Redens-Art so viel als ein Weibes-Bild von gemeinem und schlechten Stande; Der alberne Streit, ob die Weiber auch Menschen seynd, ist längstens beygeleget worden, weil die von denen Gegentheilen angeführten Argumenta auf schlechten Füssen beruhen und gar leicht zu refutiren seynd, dergleichen thörichte Frage warff ein gewisser Bischoff ums Jahr Christi A. 590. auf, dem aber das Maul im dritten Synodo Matisconemsi ziemlich gestopffet worden. Osiander in Histor. Eccles. Centur. VI. Lib. 4. c. 15. Joh. Nicol. Pfitzer. de Natur. Mulier. P. I. c. 2. p. 5. seqq. Um den Ausgang des XVI. Seculi that sich ein Anonymus hervor, der in einem Lateinischen Tractat mit vielen, wiewohl ungegründeten Argumentis behaupten wolte, daß die Weiber keine Menschen wären, den aber D. Gediccius stattlich refutiret, und solches Satyrisches Scriptum als was Ketzerisches verworffen; Ja es haben dazumahlen die Theologischen Facultäten zu Leipzig und Wittenberg durch ein ernstes Warnungs-Schreiben die studierende Jugend ermahnet, diese verdammte und lästerliche Schrifft nicht einmahl des Lesens zu würdigen, geschweige denn das Frauenzimmer im Schertz damit zu railliren, damit sie nicht in Zweiffel wegen ihrer Seeligkeit gerathen möchten. Titius in Literat Historic. Artic. IX. C. 2. §. 5. Kromeyer. Theolog Positiv. Polem. Artic. VII. th. 6. Der Autor solcher Satyrischen und ketzerischen Schrifft soll Acidalius geheissen haben, welches aus dem Thuano und Barthio Hendreich in Pandect. Brandenb. Tom. I. p. 33. erwiesen. Vid. Melanges d’ Histoire de Literature. p. 20. Die Indianer geben vor, es wären die Weiber keine rechten Menschen, sondern es hätte einmahl ein Manns-Bild eine böse Drüse an seinem Bein bekommen, und als man selbige eröffnet und auffgeschnitten, wäre das erste Weibes-Bild heraus gesprungen.

Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 1259–1260Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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