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GeschichteFrauenzimmer-Lexicon 1715

Pelusa, Eine Mohrin, Königin in Africa war eine grosse Liebhaberin und Meisterin vom Schacht-Spiel, worbey sie so hochmüthig war, daß sie sich mit niemanden anders in dergleichen Spiel einließ, als biß er auf den Fall des verlohrnen Spieles sein Blut und Leben vorher gegen die grosse Summa Geldes, worum sie zu spielen gewohnet war, aufgesetzet. Diesem ungeachtet gab sich dennoch ein zwar tapfferer und behertzter aber nur gemeiner Soldat von ihren Trouppen an, so mit dem Nahmen Lost hiesse und gedachte Königin zum Schachtspiel heraus foderte, auch ihren Begehren nach sein Leib und Leben, im Fall er das Spiel verliehren solte, zum Unterpfande setzte. Doch das Glück und seine Behutsamkeit in solchem Spiel secundirte ihn also, daß er würcklich das Spiel gewann, welches gedachter Mohren-Königin so wohl gefiel daß sie ihn nicht nur die gewonnene Summa Geldes auszahlen, sondern auch ihn noch überdiß wegen seiner Courage und großmüthigen Resolution zum Ritter schlagen ließ: zum Zeichen dieses großmüthigen unterfangens, suchte sie vor ihm ein absonderliches Ritterliches Wappen aus, setzte ihr eigenes Bildniß nebst einem Schachtspiel in selbiges, und befahl ihm an, daß er sich in Zukunfft, weil er sein Leben vor selbige auf das Spiel gesetzet, nicht mehr Lost, sondern den von Leben nennen solte; welchen Nahmen und Wappen noch heute zu Tage diejenigen Geschlechter, so von ihm herstammen, führen, wiewohl sich einige davon die von Löben schreiben.

Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 1453–1454Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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