Tutia, Eine von den Vestalischen Jungfrauen, welche man wegen einiger begangenen Unzucht anklagte, weil sie sich aber gerecht wuste, wolte sie eine Probe ihrer Unschuld ablegen nahm dahero ein löcherichtes Sieb, gienge damit zum Tyber-Fluß, schöpffte daraus mit dem Sieb Wasser, und sagte: O du heilige Göttin Vesta, wofern ich noch rein und keusch bin, so will ich ohnfehlbar dieses Wasser in gegenwärtigen Sieb unverschüttet zu deinem Tempel bringen, welches sie auch in der That præstiret und gethan.
Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 2052–2053Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0