Kletten-Stange, Jst beym Vogelfange eine lange Stange, welche man, im Früh-Jahr die Grienitze, Creutz-Vögel oder Krumm-Schnäbel; im spaten Herbste aber Gimpel oder Blut-Fincken, Zeißige und Meer-Zeißige mit Leim-Spindeln darauf zu fangen, gebraucht. Diese Stange, die ohngefehr neun bis zehen Ellen hoch seyn soll, gehet unten auf einem in der Erde fest gemachten Stock in einem Gewerbe, daß man sie auf eine nicht weit davon stehende Gabel nieder legen und wieder aufrichten kan; oben an der Spitze der Stangen wird eine Gabel mit drey Zacken gebunden, und in selbige, vermittelst gebohrter Löcher, ohngefehr zwantzig bis vier und zwantzig Leim-Spindeln gestecket, welche wie kleine Aestlein hervor gehen. Weiter unter dieser Gabel an der Stange ist ein grüner Busch angebunden, und in selbigem ein paar Vogel-Häuser mit Lock-Vögeln angehänget; unten, etwan Manns-hoch von der Erden, stehet noch ein dickerer Busch, in welchen ebenfalls etliche Vogel-Häuser hangen. Wenn nun obgedachte Vögel vorbey streichen, und die Lock-Vögel hören, fallen sie gantz willig an, und sonderlich die Meer-Zeißige in grosser Menge, da man denn die Stange nieder lässet, und was nicht selbst herunter fällt, von denen Leim-Spindeln abnimmt, die Spindeln abputzet oder neue einstecket, und die Stange wieder in die Höhe richtet.