Ente, Antvogel, Anas, un Canard, Ein unter das Wasser-Geflügel gehöriger bekandter Vogel, etwas kleiner als eine Gans, und der sich mehr und lieber auf dem Wasser als auf der Erden aufhält, dahingegen die Gänse lieber auf dem Lande als auf dem Wasser zu seyn pflegen. Die Enten werden eingetheilet in zahme und wilde. 1) Die zahmen Enten sind in der Haushaltung bekandt genug. 2) Die wilden Enten aber sind gleich wie von den zahmen, also auch unter sich selbst sehr unterschieden, wovon wir hier nur die bekanntesten vier Arten anführen wollen: 1) Die See-Rachen sind eine von der grössesten Art Enten, am Leibe gantz weiß, am Kopffe aber schwartz. Sie verschlingen in denen Teichen die größten Fische, welche sie in dem Magen und Rachen behalten, bis sie von unten nach und nach verdauen, und das andere nachrücken können. Zum Schuß sind sie schwer zu bringen, weil sie nie rechten Stand halten. 2) Die gemeinen grossen wilden Enten sind den Fischen so nachtheilig als die vorige Art, indem sie denenselben, als ihrer besten Nahrung sehr starck nachgehen. Jhre Jungen brüten sie an sumpffigten Orten, ingleichen auf Weiden-Bäumen, ja gar in denen ohnweit den Teichen oder Flüssen befindlichen Raben-Krahen-u. Elster-Nestern aus, von dar sie solche hernachmals auf das behutsamste bey dem Halse in ihrem Schnabel auf das nächste Wasser an beqveme Oerter zu tragen, und in Sicherheit zu bringen wissen. Der Entrich oder Ent-Vogel wechselt mit der Ente im Brüten ab, gemeiniglich zur Mittags-Zeit, damit diese ihre Nahrung suchen kan, und bringen ihre Jungen ordentlich innerhalb drey Wochen aus. Der Enterich siehet Aschengrau, am Kopff und Hals aber Stahl-grün gläntzend, hat einen schwartzen Ringel um den Hals, eine Castanien-braune Brust, bräunliche und graue Flügel, auf beyden Seiten etliche dunckel-blaue Federn, einen weissen Bauch und kurtzen hoch-schwartzen Schwantz, auf demselben aber aufwerts zwey krumm-gelauffene Federlein, als Angeln, rothe Füsse und gelblichten Schnabel, aber dabey eine heissere Stimme. Die Ente hingegen siehet allenthalben, sonderlich auf dem Kopff und Rücken dunckel-braun-sprencklicht, auf dem Bauch aber falblicht-grau und gelb meliret aus, hat auch auf denen Flügeln blaue Federn und einen starcken und lauten Schrey. Jhre Eyer sind gantz grün, ohne einigen Flecken, so groß als etwan ein Hüner-Ey. Sie nehren sich auf dem Wasser mit Meer-Linsen oder Enten-Grieß, Fröschen und Nattern, auch allerhand Saat und Körnern, ingleichen Gras und andern Kräutern. Sie ziehen des Herbsts zugweise mit grossen Schaaren weg, und kommen im Frühling gar zeitlich, und so bald nur die Wasser offen sind, wieder; iedoch pflegen sich auch viele des Winters hier zu Lande in warmen Qvellen und Flüssen, wo es offen bleibet, aufzuhalten, und haben von ferne scharffen Wind. 3) Die Schmal-Enten kommen der erstbeschriebenen andern Art in allen sehr nahe, nur daß sie um ein merckliches kleiner sind; sie brüten hier zu Lande in grossen Sümpffen und morastigen Oertern, und ziehen auch, wie jene. 4) Die Pfeiff-Enten, so auch Speck-Enten genennet werden, sind den Schmal-Enten an Grösse gleich, ausser daß sie kürtzere Schnäbel und Hälse, und einen runden und derbern Rumpff haben, als jene; anbey ist ihr Fleisch viel delicater, als einiges Vogels, so sich von Fischen nähret, sie sind auch wohl zu schiessen, weil sie gleich wieder auffallen, wenn sie gesprenget werden. Die wilden Enten mausen sich zwischen Johannis und Jacobi, da sie mit Klopffen und Jagen in den grossen mit Schilff und Rohr bewachsenen Teichen, in grosse Steck-Netze, mit zweyen Spiegeln und einem Jnn-Garn getrieben, und Hauffenweise gefangen werden. Man pflegt sie auch, wiewol auf eine ungewisse und mühsame Art, vermittelst einer mit Wasser-Leim über und über bestrichenen und qver über einen Teich oder Fluß gespannten Schnure, besser aber auf Lock-Herden mit Wänden oder Zug-Netzen, oder auch mit Hoch-Netzen, mit Pentieren oder Häng-Netzen, ingleichen vermittelst der dazu abgerichteten Lock-Enten, durch Hülffe einiger Treib-Hündgen in ordentlichen Enten-Fängen, oder mit Angel-Hacken zu fangen, oder mit einem hierzu abgerichteten Treibe- oder Schieß-Pferd zu beschleichen und zu schiessen.