FeedFegen
Sport & SpielRitter-Exercitien-Lexicon 1742

Fegen, Wird vom Hirsche gesagt, wenn derselbe die rauhe Haut von dem neu- aufgesetzten Gehörne (welche dahero, wenn sie von diesem herunter, das Gefege genennet wird) abschläget. Solches geschlehet gemeiniglich innerhalb zehen oder zwölff Wochen, nachdem er das alte Gehörne abgeworffen, etwan um Mariä Heimsuchung, worbey dieses merckwürdig, daß er das Gefege, so viel er dessen beym Schlagen finden kan, wiederum geniesset und verschlinget; ingleichen, daß, wenn der Hirsch aufänget zu schlagen, solches meistentheils in der Nacht geschiehet, da er denn beym Thau, oder wenn eben der Busch naß vom Regen ist, den aus dem Gehörne kommenden, und auf den Kopff oder Hals tropffenden Schweiß so reine wiederum von sich abzustreichen, und sich zu säubern weiß, daß man keinen Tropffen davon an ihm finden kan. So pfleget auch der Hirsch am liebsten an dem hartzigten Holtze, als Tannen, Fichten, Kiefern, Wachholdern etc. Jtem am bittern Holtze, als Weiden, Saal-Weiden und Aspen-Holtze zu fegen und zu schlagen.

Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 752–753Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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