Gans, Dieses Feder-Vieh ist in der Haushaltung bekandt genug, und giebt es zahme und wilde. Die erste Gattung ist hier unnöthig zu berühren. Die wilden Gänse kommen denen zahmen an Gestalt fast allerdings gleich, ausser daß sie schmächtiger sind und einen schärfern Schnabel haben; ihrer Farbe nach sind sie entweder grau, deren man die meisten siehet, oder gantz weiß, ausgenommen die vier oder fünff äussersten Schwing-Federn, so kohlschwartz sind; diese werden Hagel- oder Schnee-Gänse genennet, und sind zwar etwas kleiner, können aber weit stärcker und höher fliegen, als die grauen. Sie legen im Frühling neun bis zehen oder zwölff Eyer, und bringen nach vier wöchentlicher Brut-Zeit ihre Junge in morastigen Orten auf Früschen und Hügeln aus. Sie sind sehr scheu, und setzen sich nicht leicht, wo sie nicht vorher etliche mal zur Sicherheit herum geflogen sind, und sich der Gelegenheit erkundiget haben; sie halten sich auf grossen Brüchen auf, fliegen des Nachts auf die Saat-Felder nach dem Getraide, und ziehen in ihrem Flug, wie ein Triangel, wobey sie nicht selten ein starckes Geschrey von sich hören lassen. Einige meinen, sie schreyen darum, daß, wenn bey Nacht oder dickem Nebel einige zurück geblieben, dieselben sich nicht verirren, sondern durch solch Zeichen ihrem Marsch richtig nachfolgen können. Sie sollen lange leben, und zu einem hohen Alter gelangen. Man pflegt sie wie die wilden Enten entweder mit dem Schieß-Pferd oder mit der Karn-Büchse zu beschleichen und zu schiessen, oder durch zahm-gemachte wilde Gänse mit Netzen und Garn einzufangen.