FeedGehäge
Sport & SpielRitter-Exercitien-Lexicon 1742

Gehäge, Jst ein Forst-Terminus, und heisset eine Gegend, wo man das Wildpret schonet und heget, dasselbe nicht jaget oder schiesset, noch ihme sonsten Leid zufügen lässet, damit es sich geruhig vermehren möge. Zu desto mehrer Verwahrung solches Gehäges, werden um dasselbe Häge-Säulen gesetzt, und ein Häge-Reuter verordnet, welcher nebst Vertilgung der Raub-Thiere und Raub-Vögel vornemlich dahin bedacht seyn muß, daß des Wildes Behältnisse, Lager und Stände in Wäldern geruhig gelassen, dasselbe währender Setz-Zeit nicht gestöret, ihm zum benöthigten Unterhalt und Nahrung das wilde Obst, Eicheln und Buch-Mast vergönnet, die Wild-Aecker wohl bestellet, die Saltz-Lecken im Frühjahr und Herbste zugerichtet, und das Wild zur Winters-Zeit in denen Heu-Scheunen oder andern beqvemen Orten behörig gefüttert werde. Ein mehrers siehe unter Wort Häge-Reuter.

Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 893–894Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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