Haarschlächtig, Heisse ein Pferd, wenn es an der Lunge mangelhafft ist, und den Ather offt schnell auf einander holet, und aus- und einziehet, auch dabey die Seiten starck beweget. Es rühret solcher Mangel vom ungeschwungenen, unreinen und staubigten Futter her, oder wenn der Haber, das Heu oder Stroh feucht eingebracht, beschlemmet, oder sonst an einem feuchten Orte gelegen ist, und hernachmals also müchtzend, und ungereinigt verfüttert wird. Dieses Uibel zu vertreiben, nehme man Sade-Baum ein halb Pfund, Eichen- und Birnaum-Mistel, Lungen-Kraut, das an den Eichen wächset, iedes ein Pund, gelbe Lilien-Wurtzel zwey Pund, hacke alles zusammen klein koche es in einem neuen Wein wenn es laulicht worden, presse man es durch ein Tuch, giesse es dem Pferd in den Hals, hebe ihm den Kopff dazu auf, daß es in den Leib hinab komme, und reite es, bis es warm wird; will dieses Mittel nicht helffen, so lasse man es um Walpurgis vierzehen Tage auf den grünen Weitzen oder Gersten gehen, wenn sie schossen wollen, und lasse es allezeit mit warmen Decken wohl zudecken, nach Ausgang der vierzehen Tage lasse man ihme die Lungen-Ader schlagen, und noch vierzehen Tage auf den Weitzen oder Gersten gehen. Wofern dieses nicht helfen will, ist es am besten, daß man des Gauls mit Manier los zu werden trachte.