FeedHaube
TierreichRitter-Exercitien-Lexicon 1742

Haube, Heissen die Falckenierer die Kappe, womit der Falcke von ihnen gehaubet wird, das ist, die sie ihm aufsetzen, damit er desto ehe zahm werde. Die Wild-Fänge, oder nur erst gefangene Falcken, haubet man erstlich mit Reusch-Hauben, wenn man sie aber anfänget zu tragen, so werden sie recht gehaubet. Wann der Falckenier den Falcken hauben will, muß er sich vorsehen, daß er ihn nicht mit dem kleinen Finger ins Genick stosse; denn sobald der Vogel gewahr wird, daß man mit der Hand zu ihm nahet, so wirfft er sich auf den Rücken, welches denn eine böse und unartige Gewohnheit ist. Wenn der Falck die Fesseln abschneiden, und sich ledig machen will, oder beisset in die Stange, item in den Handschuh, so muß man ihme eine Haube mit einem Schnabel-Futter aufsetzen. Es soll aber das Schnabel-Futter vornen bey dem Schnabel gegen der Nasen auf beyden Seiten seine Lufft-Löcher haben, und derowegen fleißig gemachet werden, damit der Vogel dadurch genugsame Lufft haben möge. Die Falckenierer tragen zu ihrem Zeichen eine Haube auf den Hut. Siehe Falckenier.

Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 1026–1027Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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