Jltis, Eltis, oder Elb-Thier, Von einigen auch ein Ratz genannt, ist ein vierfüßiges Raub-Thier, welches an Gestalt und Grösse mit dem Marder ziemlich überein kommt, ausser daß sich dasselbe in der Fährte anders als jenes, nemlich mit mercklich kleinern runden Tritten spüret, denn es in iedem Sprunge dem Augenschein nach, zwey hinter einander, iedoch den einen Tritt etwas seitswerts zeiget, ist wollig oder fleckericht, als der Marder, hat aber keine Klauen, sondern vielmehr in Gestalt einer Katze; und wie der Marder sich in die Höhe bäumet, und am Tage seinen Aufenthalt suchet, so bleibet hingegen der Jltis gerne in der Erde, in Fuchs-Bauen oder Röhren, in Hamster-Löchern, in hohlen Weyden, auch in Gebäuden und dergleichen. Es ist ein wenig kleiner als der Marder, iedoch grösser als das Wiesel, hat einen dicken Hals und zweyerley Haare, davon die kurtzen gelblicht, und die langen schwartz sind. Es stincket nicht nur, wo es hinpisset, greulich, sondern auch sein Balg, welcher, wenn das Thier geqvälet und zum Zorn beweget, oder im Frühling zur Brunst-Zeit gefangen wird, den Gestanck immerzu behält; dahero es auch ein Stäncker genennet, und sein Balg gegen den Marder-Balg wenig oder gar nichts geachtet wird. Der Jltis wohnet meistens in Dörffern und Städten, wie auch in Wäldern unter den Wurtzeln grosser Bäume, oder unter zusammen gefallenen Holtze, auch obgedachter massen in Feldern, und wo Dorn-Hecken sind; wehret sich scharff gegen die Hunde mit Beissen, und spritzet ihnen den Harn ins Gesichte; er lieget auch gerne an den kleinen Bächen und Wassern, sowol wegen der Mäuse, denen er da aufwartet, als auch der Fische halber, die er gerne frißt, denn er scheuet kein kleines Wasser, fänget auch gerne Frösche; die in den Dörffern wohnen, liegen gerne in den Scheunen, lauffen aber nicht auf den Dächern, wie der Stein-Marder, sondern nur auf der Erde in den Scheunen und in den Gärten, wo etwan Reiser oder Stangen liegen, welche sie durchsuchen; sie sauffen den Hünern die Eyer aus, wie die Marder, und können solche durch ein klein Loch mit der Zunge rein auslecken, davon sie die Schalen liegen lassen; theils verschleppen auch die Eyer. Wenn sie in ein Tauben- oder Hüner-Haus kommen, würgen sie alles was sie finden, beissen den Hünern und Tauben die Köpffe ab, saugen ihnen aber nur das Blut aus, den jungen wilden Thieren und Geflügel thun sie auch grossen Schaden. Jhre Brunst geschiehet im Februar. zu welcher Zeit sie des Nachts viel Beissens und Schreyens haben. Sie tragen neun Wochen, und haben im April junge, welche man leichtlich ihres Gestancks halber finden kan. Sie werden mit einem Ey in höltzernen Fallen bekommen, oder aus der Erde gegraben, oder mit Garnen gefangen. Der Balg, wenn er zugerichtet, giebt das allergemeinste u. schlechteste Rauchwerck, so zu Mützen, Schleppen und anderm Gebräme, ja auch zuweilen zu Müffen für das Bauren-Volck gebrauchet wird.