Leim-Tasche, Gehöret mit zum Geräthe eines Vogel-Stellers oder Weidmanns, und ist eine wohl vermachte lederne Tasche, darinne derselbe seine Leim-Ruthen oder Leim-Spindeln träget, ohne sich die Hände oder seine Kleidung zu verunreinigen. Sie wird von starckem schwartzen Leder, nach der Länge der Leim-Ruthen geschnitten, damit dieselben oben einer qveren Hand breit heraus gehen. Jn diese werden die Ruthen, so viel man deren zum Fang nehmen will, gesteckt, der zerlassene Leim darüber gegossen, die Ruthen in selbigem herum gerühret, und so sie sollen aufgestecket werden, nach und nach heraus gedrehet, nicht aber gerade heraus gezucket, weil sich solchenfalls sonst wenig Vögel daran fangen würden.
Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 1306Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0