Leim-Stange, Pertica, Fourche aux gluaux, Jst eine lange und geschlancke Stange, an welcher die Leim-Ruthen eingestecket werden. Die Aeste samt der Rinde müssen sauber abgestreiffet, die also abgeschälte Stange aber, damit der Vogel sich davor nicht scheue, mit grüner Oel-Farbe angestrichen, und am Fusse mit einem starcken eisernen Stachel versehen seyn, um solche mit leichter Mühe in die Erde zu stecken. Mit dieser gehet der Weidmann oder Vogel-Steller in den Wald, und an den Hecken hin und her; sobald er nun den Gesang einiger Vögel vernimmt, langet er seine Leim-Ruthen oder Spindeln, aus der Leim-Tasche heraus, macht solche nach einander auf der Stange fest, und stecket diese an einen gelegenen Ort in die Erde, nicht weit davon aber seine Eule oder Käutzlein, zu welchem sich die Vögel versammlen, wovon diejenigen, so sich auf die Leim-Ruthen setzen, daran kleben bleiben, und also gefangen werden. Sind viel Vögel vorhanden, so muß er nicht gleich, wenn zwey oder drey mit den Leim-Rüthlein herab gefallen, solche von der Erden aufzuheben eilen: Denn die übrigen würden bey dessen Erblickung bald das Reißaus geben; doch hat er sich auch auf alle keine Rechnung zu machen, weil widrigenfalls, und da er, bis alle gefangen wären, warten wolte, die schon gefangene und auf die Erde gefallene, in die Hecken und unter die Bäume sich retiriren, Verdruß verursachen, und am sernern Fang hinderlich seyn könten. Diese Art, die Vögel mit den Leim-Ruthen auf der Leim-Stange zu berücken, ist, weil man damit hurtig von einem Orte zum andern kommen kan, in Gärten und Weinbergen nützlich zu gebrauchen; zwo andere Arten, welche in und bey dicken Wäldern dienen, sind bereits unter den Wörtern Feld-Baum und Kletten-Stange beschrieben.