Kolbe, Wird das junge Gehörn eines Hirschen genennet, wenn es noch weich, und etwan einer Hand breit hoch ist. Die rauhe Haut, damit es überzogen ist, heisset man das Bast. Man bekommt sie erst nach Johannis, und sind solche eine ziemlich rare Speise: Denn von einem oder zweyen Hirschen kan man keine grosse Casserole oder Tiegel voll zu wege bringen, daher sie nur bey grosser Herren Höfen können zugerichtet werden. Jn der Artzeney haben diese Kolben einen treflichen Nutzen, indem daraus ein köstlich Wasser, wider böse hitzige Fieber gebrannt, wird.
Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 1238–1239Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0