FeedOriental, chevaux orientales
Sport & SpielRitter-Exercitien-Lexicon 1742

Oriental, chevaux orientales, Orientalische Pferde sind, so in den Morgenländern fallen, die eben so unterschiedlich, als selbiges Reich und Länder sehr weit ausgebreitet seyn, welche doch insgemein gute Pferde ziehen. Eines hat zwar den Ruhm von der grösten Menge, das andere von der Güte, das dritte von der Schönheit zu geniessen. Unter die Orientalischen Pferde zehlet man die Persianische und Medische, davon die letzte die edelsten und besten: Die, so in Campo Miseo, fallen nicht allein an sich selbst sehr groß, und sonderlich hoch, und dabey breit von Brust und Creutz, worauf die Persianer so schwere Waffen als die Deutschen führen: sind dabey auch starck, arbeitsam, hurtig, freudig, und zu allen Kriegs-Geschäfften geschickt, darum ihnen die Türcken mehr als allen andern Pferden nachtrachten, darüber sie gern das Leben in die Schantze schlagen; die andern Persianischen Pferde sind vom Gewächs geringer, sonst aber sehr guter dauerhafter Art, ob sie gleich dem Medischen nicht zu vergleichen sind. Unter allen Pferden, welche unter des Türcken Botmäßigkeit fallen, sind die Egyptischen die edelsten, weil sie einen ziemlich-starcken Leib, an Brust und Creutz, auch eine davon entstehende vollkommene Schönheit, und die besten Eigenschafften unter allen Türckischen Pferden haben.

Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 1667–1668Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

Auf derselben Druckseite 2

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Sport & Spiel 6