Passager, Jst einer, welcher sich in die Fremde und auf Reisen begiebt. Das Reisen ist ein nützlich Ding, und einem jungen Cavalier in vielen Sachen dienlich, und wann er in die Fremde kommt, soll er Nachfrage haben, wie es mit der Religion beschaffen seye, ob nur eine oder mehr gedultet werden, und was für Ceremonien in Verrichtung des Gottesdiensts in Acht genommen werden? Jtem, ob gute Stipendia auf die studirende Jugend vermacht seyn? Ob es eine hohe Schule habe, und ob die Professores berühmt und getreu seyn? Was vor Lectiones und Auctores sie tractiren, ob sie auch zum öfftern Disputationes und Orationes halten? Ob der Studirenden viel seyn, und wie sie gehalten werden? Ob die ritterlichen Exercitia wohl bestellt, und mit tüchtigen Maitres versehen seyn? Ferner: Was es vor eine Beschaffenheit mit dem gemeinen Wesen habe? Ob es ein Status rectus oder aberrans seye? Ob das gemeine Wesen Monarchisch, Aristocratisch oder Democratisch seye? Was für Gesetze floriren? Ob das Regiment absolut seye oder nicht? Ob es erblich oder nicht erblich? Was man allda für Land- und Stadt-Recht habe? Ob eine Stadt grosses Einkommen von der Steuer, Zöllen und dergleichen habe? Ob die Unterthanen müssen viel Tribut, Steuer und Anlagen geben? Wie die Judicia exerciret, und was vor Processe darinnen gehalten werden, sowol in civil-als criminal-Sachen? Ob die Justitz schleunig ertheilet werde, und wohin die Appellation gehe? So soll er auch Achtung geben auf allerhand gute Ordnungen, als Tumult und Aufruhr vorzukommen, gute Nachtwacht zu halten, Feuer-Ordnung, Kleider-Ordnung, Ordnung im Kauffen und Verkauffen, ob ein Regiment viel Unterthanen habe? Ob der Herrschafft Macht grösser sey zu Wasser als zu Land, mächtiger zu Pferd als zu Fuß, wie es mit Munition und Victualien versehen? Ob es mit andern in Bündniß seye oder nicht? Ob es viel tapffere Leute gebe in allerhand Künsten, als im Kriegs-Wesen gute Obriste und Kriegs-Bediente, worinnen die Nahrung der Unterthanen bestehe, was für Waaren in das Land, und wieder hinaus geführet werden? Weiter soll ein Reisender sehen, ob die Stadt feste sey, ob sie auf einem Berg oder Ebene, am Meer oder Wasserstrom lieget, und wie groß sie im Bezirck seye? Er soll auch besichtigen die Kirchen, Capellen, Klöster, Schulen, Hospitäle, der Fürsten oder Herren Wohnungen und Palläste, schöne Märckte, Rath-Spiel-Zeug-Korn- und Proviant-Häuser, Lust- und Thier-Garten, die schöne Wasserwercke. Jtem, die Bibliothecken, Kunst-Kammern, Antiquitæten, Ehren-Seulen, alte Müntzen, und was dergleichen mehr.