FeedSarabanda, Sarabande
Sport & SpielRitter-Exercitien-Lexicon 1742

Sarabanda, Sarabande, Eine gravitätische, den Spaniern insonderheit sehr beliebte und gebräuchliche, etwas kurtze Melodie, welche allezeit zum Tantzen den ¾ zum Spielen aber bisweilen den \frac {3}{2} Tact, langsam geschlagen, und 2 Reprisen hat. Sie hat keine andere Gemüths-Bewegung als die Ehrsucht; doch hat die Tantz-Sarabande engere und dabey viel hochmüthigere Verfassung, als die Spiel- und Sing-Sarabande; sie läßt keine lauffende Noten zu, weil die Grandezza solche nicht leiden kan, sondern ihre Ernsthaftigkeit steiff und fest behält. Zum Spielen auf dem Clavier und auf der Laute erniedrigt man sich etwas bey dieser Melodien-Gattung, gebraucht mehr Freyheit, ja macht wol gar Doubles, oder gebrochene Arbeit daraus, welche wir Variationes heissen: Welches auch einige in Sing-Sarabanden, wiewol nicht füglich, thun. Die Folies d’ Espagne scheinen gewisser massen mit zu den Sarabanden zu gehören.

Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 2031Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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