Schwartzenberg, Das Hoch-Fürstliche Haus Schwartzenberg stammet von den Freyherren von Seinsheim in Francken her, von welchen Erckinger das Erb-Hofmeister-Amt gedachten Hertzogthums erkauffte, und vom Kayser Sigismundo 1417 die Würde eines Pannerherrn erlangte, hernach die Herrschaft Schwartzberg erkauffte, vom Reiche zu Lehn nahm, und 1429 vom Kayser zum Freyherrn von Schwartzenberg erkläret ward. Adolphus erhielt für sich und seine Nachkommen 1599 den Reichs-Grafen-Stand. Graf Johannes Adolphus, Reichs-Hof-Raths-Präsident, ward 1671 in des Heil. Röm. Reichs Fürsten-Stand erhoben, auch 1674 in den Fürsten-Rath introduciret. Er vermehrte seine Lande mit den alten Freyherrlich-Seinsheimischen Gütern, mit Gimborn und Neustadt in Westphalen, und einigen Herrschaften in Böhmen, dessen Sohn Fürst Ferdinand Wilhelm von Schwartzenberg brachte durch die Vermählung mit Maria Anna, Tochter und Erbin des letzten Grafens zu Sultz, Land-Grafens zu Kletgau und des H. R. R. Erb-Hof-Richters zu Rothweil, diese Länder und Würden an sein Haus. Fürst Franciscus Carolus vermehrte dieselben 1723 mit dem in Böhmen gelegenen Hertzogthum Crummau. Der Fürst von Schwartzenberg führet im Wappen drey blaue Pfäle im silbernen Felde, als das Stamm-Wappen derer von Seinsheim; einen Türcken-Kopf, darauf ein schwartzer Rabe sitzet, und die Augen aushacket, im güldenen Felde, als ein Andencken der von Graf Adolpho wider die Türcken erwiesenen Tapfferkeit vor der Festung Raab; drey aufsteigende rothe Spitzen im silbernen Felde, wegen der ererbten Grafschaft Sultz und Kletgau; einen schwartzen knorrichten und schrägrechts liegenden Ast, oben mit einer rothen Flamme, wegen Brandeiß. Jn dem getheilten Mittel-Schilde zeiget sich zur Rechten ein silberner Thurm auf einen schwartzen dreyfachen Hügel, wegen Schwartzenberg; und zur Lincken 3 Korn-Garben im silbernen Felde, wegen Postelberg. Dieses gantze Wappen-Schild bedeckt an stat der sonst gewöhnliche Helme ein Fürsten-Hut.