Strauß-Vogel, Struthio, Wird mit Pferden verfolget und gefangen. Sie sind taub, und dieses macht, daß sie vielfältig im Schlaf gefangen werden. Die Einwohner des Landes treiben grosses Gewerbe mit ihren Eyern, allerhand Gefässe daraus zu machen. Der Handel aber mit ihren Federn ist noch einträglicher, indem sie von den Europäischen Kaufleuten aufgesucht, und wol hunderterley Zierathen daraus gemacht werden. Sie gehen in gerader Zahl, nemlich 2 und 2, oder 4 und 4. Wenn die Araber einen Strauß verfolgen wollen, so galopiren sie fein gemach auf ihn zu, nach zwey Stunden reiten sie stärcker und der Vogel muß auch stärcker lauffen, denn fliegen kan er nicht. Er wird aber bald müde, also, daß es leicht ist, ihme beyzukommen, und ihn mit der Lantze auf den Kopf zu schlagen, daß er niederfällt und seinen Geist aufgiebt; alsdenn schneiden die Araber ihm ein Loch in die Kehle, unter welchen ihm der Hals feste zugebunden wird. Hierauf nehmen ihn drey oder vier Männer, und schütteln ihn hin und wieder, wenn sie nun mercken, daß er lange genung geschüttelt, binden sie die Kehle wieder auf, und alsdenn lauffet durch das gemachte Loch eine Qvantität von Fettigkeit gleich der Butter, offt zu 20 Pfunden. Von dieser, sagen sie, daß das Fleisch im Leibe sich durch sothanes Schütteln meist in solche Fettigkeit verwandele, daß offtmals von dem Vogel nichts überbleibet, als die Haut und Knochen. Das Fleisch des Vogels ist bey den Einwohnern eine niedliche Speise; die grossen Herren aber geniessen nichts davon als das Gehirn, dannenhero der Tyrannische Kayser Heliogabalus auf jenes Gast-Gebot sehr viel muß verwandt haben, auf welchen er den Gästen 600 Straussen-Köpffe präsentiret hat, um das Gehirn daraus zu geniessen. s. Aûtruche.