FeedVenedig Venezia, Venise
ErdkundeRitter-Exercitien-Lexicon 1742

Venedig Venezia, Venise, Haupt-Stadt der mächtigen Republic dieses Nahmens in Jtalien, von welcher das Zeitungs-Lexicon die vornehmsten Merckwürdigkeiten berühret. Von dem Venetianischen Adel s. oben Nobili di Venezia. Dieser souveraine Frey-Staat ist von grosser Macht und Reichthum, und wird durch einen Doge und einen ansehnlichen Senat regieret, so zusammen den Titel Signoria Serenissima führen. Jm Wappen führet diese Republic den geflügelten güldenen Löwen St. Marci, welcher ein Buch in den Klauen hält, darauf die Worte: Pax tibi Marce Evangelista, weil sie den Evangelisten Marcum zum Patron hat, in Kriegs-Zeiten aber hat die Republic einen aufgerichteten Löwen, mit dem zugeschlossenen Buche, und einem Schwerdt in der Tatze, mit den Worten: Sub umbra alarum tuarum. Dieses ist das eigentliche Venetianische Wappen, welches oben mit einer Königl. Krone bedecket ist, weil sich die Republic den Königen gleich achtet. Sonsten aber hat das grosse vollkommene Wappen fünf Mittel-Schilde, und 16 Felder. Die erstern sind ins Creutz gesetzt, und das mittelste und obgemeldte Wappen ist das Venetianische; das darüber gesetzte ist das Cyprische: das zur rechten Hand wegen Candia; das zur lincken wegen Dalmatien, Sclavonien und Albanien; das unterste aber wegen Jstrien. Die übrigen 10 Feder werden wegen der andern Provintzen geführet; als der Adler wegen Friaul; das Creutz, wegen Padua; das Creutz mit den Sternen, wegen der Marca Trevisana; das Creutz mit den Vogel-Köpffen, wegen Bellunese; das folgende güldene Creutz, wegen Verona; ein Löwe, wegen Bresciano; das silberne Creutz, wegen Vicentino; ein Thurm, wegen Feletri; ein von Gold und Silber gespaltener Schild, wegen Bergamo; ein von roth und Silber getheilter Schild, wegen Crema; ein halbes Schiff, wegen der Jnsel Corfu; ein silbern Hyacinth im silbernen Felde, wegen der Jnsel Zante; ein Thurm wegen des Adriatischen Gebiets; ein Castell, darüber der Venetianische Löwe, wegen Polesino; ein rothes St. Georgen-Creutz, wegen der Jnsel Cefalonia; ein Pferd und silbern Creutz im rothen Felde, wegen der Jnsel Cherso und Absore. Dieses Wappen bedecket ein Königlicher Pavillon, und oben darauf lieget die Hertzogliche Mütze.

Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 2257–2258Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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