Hegnenberg-Dux (Friedr. Adam Justus, Graf von), bayr. Ministerpräsident, wurde geb. 2. Sept. 1810 auf seinem Stammschlosse Hofhegnenberg im Gahn d⸗ Verwaltungsdistrikt Bruck als zweiter Sohn des königl. bayr. Kämmerers und Obersten en von H. (geb. 1775, Wi 15. 2270 1835) und und de einem vom Herzog Wilhelm IV. von Bayern und der Freiin Margarete von Hausen stammenden, seit 3. Sept. 1790 gräfl. Geschlecht an. H. wandte sich nach dem Tode seines ältern Bruders vom Studium der Medizin der Landwirtschaft zu, übernahm nach dem Tode seines Vaters zu der Herrschaft Sicklasberg noch die Herrschaft Hofhanr. Kant und erhielt 1837 die Würde eines königl. ayr. Kämmerers. Im J. 1845 in die Zweite bayr. Kammer gewählt, in welcher er für die liberalen Ideen eintrat, gehörte er derselben bis 1865 an. Er wurde 1847 zum zweiten und von 1848 ununterbrochen bis 1865 zum ersten Präsidenten der Abgeordnetenkammer gewählt. In der Kammer so- wie als Mitglied der Konstituierenden Deutschen Nationalversammlung zu Frankfurt a. M. gehörte 5. zur großdeutschen Partei. Obgleich H. sich mit den Ereignissen von 1866 nicht befreunden konnte, mißbilligte er doch nach 1870 entschieden jeden Gedanken an eine Feindseligkeit gegen das neue Deutsche Reich, suchte aber die innerhalb der Reichsverfassung bestehende Selbständigkeit der bayr. Krone zu wahren. H. übernahm 21. Aug. 1871 das Ministerium des königl. Hauses, das des Aeußern und den Vorsitz im Ministerrate, in der Hoffnung, zwischen den beiden nichtultramontanen Parteien (den Nationalliberalen und den in den innern, namentlich den me Wer Fragen liberal gesinnten Partikularisten) eine Versöhnung stiften und dadurch eine Partei zur Stütze des Ministeriums schaffen zu können, was ihm zum Teil gelang. Insbesondere Abgeordn H. mit Erfolg 18. Febr. 1872 in der Abgeordnetenkammer den Schüttingerschen Initiativantrag, wonach die Aufhebung von Reservatrechten durch die Reichsgesetzgebung für Bayern nur nach vorheriger Einholung der Zustimmung des bayr. Landtags Geltung haben sollte. Er starb indes schon 2. Juni 1872. Seine Leiche wurde in der Familiengruft zu Hofhegnenberg beigesetzt. Er hinterließ einen einzigen Sohn, Lothar, geb. 3. Aug. 1847.