Idrisiden (auch Edrisiden) ist der Name einer arab. Dynastie, welche in Nordafrika fast anderthalb hundert Jahre die Herrschaft behauptete. Sie führt ihren Ursprung auf Idris, einen Urenkel des Ali zurück, welcher im J. 168 der Hedschra (784 n. Chr.) nach dem nordwestl. Afrika floh und daselbst aus den Gebieten von Telensan und Tedla ein kleines Reich bildete. Seine Regierung war nur kurz, da er im J. 174 (790 n. Chr.) auf Veranlassung des Härun-al-Raschid vergiftet wurde. Idris' einziger Sohn Idris II. (6 Monate nach des Vaters Tode geboren), der Erbauer von Fez, das er zu seiner Residenz machte, starb nach thatenreicher Regierung im J. 214 (829 n. Chr.). Sein ältester Sohn Muhammed mußte nach dem Willen des Vaters seinen Brüdern mehrere Provinzen überlassen. So ging das in verschiedene Teile zerfallene Reich rasch dem Untergang entgegen. Der letzte eigentliche Herrscher der Dynastie, Jahja, vergaß über der Liebe zu den Wissenschaften die Regierungsgeschäfte und so wurde der Staat im J. 307 (919 n. Chr.) eine Beute des eroberungssüchtigen Mahdi, des Begründers der Fätimidischen Dynastie.