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ReligionBrockhaus 1882

Heidelberger Katechismus (Catechesis palatina) heißt der noch heute in der reform. ulhe in hohem Ansehen und weitverbreitetem Gebrauche stehende Leitfaden zum religiösen Jugendunterricht, welcher auf Veranlassung Kurfürst Friedrichs III. von der Pfalz durch die heidelberger Theologen Zacharias Ursinus und Kaspar Olevianus verfaßt wurde und zuerst 1563 erschien. Der Katechismus handelt in prägnanter Kürze und Klarheit in drei Hauptstücken, die in 129 Fragen zerfallen, von des Menschen Elend, von der Erlösung und von der rechten Dankbarkeit. Die Prädestinationslehre ist ohne die Calvinische Schärfe, die Abendmahlslehre in dem bei den Reformierten allgemein verbreiteten Sinne, ohne die eigentümlich calvinischen Wendungen dargestellt. Der Katechismus ist nächst der zweiten helvetischen Konfession die verbreitetste Bekenntnisschrift der reform. Kirche und auf der Synode zu Dordrecht ausdrücklich sanktioniert worden. Eine kritische Ausgabe des Heidelberger Katechismus lieferte Wolters (1864). Vgl. die Abhandlungen von Ullmann, Plitt und Wolters in den «Theol. Studien und Kritiken» (1863, 1863, 1867), und Kluckhohn, «Friedrich der Fromme, Kurfürst von der Pfalzo (Nördl. 1879).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 23Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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