Heidenschanzen nennt man die vörgeschichtlichen Erd⸗ oder Steinwälle, die entweder selbständige Werke für sich bilden (Burgwälle, Ringwälle, seltener viereckige Schanzen) oder zur Beschützung gewisser Terrainabschnitte, Bergrücken u. s. w. dienen (Langwälle, Landwehren). Die sog. Brand- oder Schlackenwälle (Glasburgen, vitritied forts) sind aus abwechselnden Lagen von Holz, Steinen und Erde erbaut; indem man das Holz anzündete, schmolz das Gestein und verband den Bau zu einer glasigen festen Masse. Solche Urbefestigungen kom—⸗ men in ganz Europa sowohl in der Ebene wie im Gebirge vor und führen in verschiedenen Gegenden verschiedene Namen, z. B. Pandzen'Schwedenschanzen u. s. w., indem die Sage dieselben vielfach an spätere histor. Ereignisse und Persönlichkeiten anzuknüpfen suchte. Auch wurden solche Wälle allerdings im Mittelalter häufig zur äußern Umwallung hölzerner Burgen verwendet. Ohne Zweifel dienten die H. ursprünglich als Zufluchts stätten für die benachbarten U½ Gau u. s. w., wo in Kriegszeiten die wehrlosen Fami lien, das Vieh und die Fahrende Habe Sennger wurden; auf manchen Burgwällen entstan en aud bleibende Niederlassungen. Dagegen läßt sich auden H. keineswegs ein zusammenhängendes, me. thodisch angelegtes Befestigungssystem rekonstruie ren. Im weitern Sinne kann man zu den H. auch die Pfahl⸗ oder In selfestungen rechnen, welche mitten in Landseen und Mooren durch Pfahlwerk, Steinaufschüttung u. s. w. hergestellt sind, wie solche neuerdings besonders in Pommern entdeckt wurden. In Irland, wo die Burgwälle (duns, downs) und Pfahlfestungen (erannoges, d. h. Holzinseln) durch das ganze Mittelalter hindurch in fortwährendem Gebrauch blieben, sind dieselben weiter ausgebildet als sonst irgendwo.