Heidenheim, Stadt und Oberamtssitz im württemb. Jaxtkreise, zwischen dem Aalbuch und der Schwäbischen Alb, in 504 m Höhe, an der Einmündung des Stubenthals in das Brenzthal, rechts an der Brenz, Station der Linie Aalen-H.⸗ Ulm (Brenzbahn) der Württembergischen Staatsbahnen, am Fuße eines grotesken, von dem zum Teil in Ruinen liegenden Schlosse Hellenstein gekrönten Felsen gelegen, ist Sitz eines Amtsgerichts, eines Hauptsteueramts, einer Handels⸗ und Gewerbekammer, hat eine Latein-, eine Real-, eine shule und 1h eine Frauenarbeits- und eine Webchule und zä lt (1880) 6229 meist evang. E., die bedeutenden Fabrikbetrieb, namentlich in Baumwolle unterhalten. Außerdem bestehen Fabriken in bmd Merg Tuch, Strickgarn, Maschinen, eine Eisen- und Metallgießerei, eine Messinggießerei, Rot⸗ und Blaufärbereien, chemische und Naturbleichen, sowie Töpfereien, welche nebst andern Ortschaften des Oberamts das vorzügliche heidenheimer Geschirr liefern; die bedeutende württemb. Kattunmanufaktur hat etwa 450 Arbeiter. Auch hat H. große Schafmärkte und namhaften Kornhandel. H., zum ersten mal 1323 genannt, erhielt 1356 von Kaiser Karl IV. Marktgerechtigkeit. Das Schloß, welches 1519 durch den Schwäbischen Bund viel gelitten, wurde 1537 vom Herzog Ulrich neu aufgebaut. In neuerer Zeit ist H. geschichtlich ge— worden durch das Gefecht, welches die Osterreicher unter dem Erzherzog Karl und General Hotze 11. Aug. 1796 nach der Schlacht bei Neresheim den Franzosen unter Moreau und Dehesme lieferten, das die Neutralitätserklärung Bayerns in der Konvention zu Pfaffenhofen 7. Sept. 1796 zur nächsten Folge hatte.