Heiliges Feuer. Wie bei andern Völkern, so wurde auch bei den Hebräern das Feuer mit seinem eigentümlichen Glanze, seiner zerstörenden und vernichtenden, aber auch reinigenden und iehung gesetzt (s. Feuersäule) und insbesondere ur Verbrennung der Opfergaben, als in welchen r Mensch sein Reinstes und Bestes zu Gott aufsteigen lasse, bei den täglichen Brandopfern verwendet. Da alles, was von dem gemeinen Gebrauch abgesondert, zu religiösen, gottesdienstlichen Zwecken diente, als heilig galt, so insbesondere auch das Feueropfer auf dem Brandopferaltar, die Feuerung für Jahver, die beständig fortbrennen sollte, analog dem ewigen Feuer in den heidnischen Tempeln. (S. Opfer.) Aus der Heiligkeit des Opferfeuers erklärt sich die Nachricht 2 Makk. 10), daß man bei Wiederherstellung des drei Jahre lang unterbrochenen Opferdienstes zu Jerusalem „Steine feurig machte und Feuer von ihnen nahmy. Nur ein noch nicht zu profanen Zwecken gebrauchtes neues Feuer, wie man es hier wohl durch Reiben oder Aneinanderschlagen von Steinen gewann, konnte den Wiederanfang des Altarfeuers bilden. Ahnlich mußte bei Griechen und Römern die erloschene Flamme eines Tempels entweder von dem unentweihten Feuer eines andern Nationalheiligtums wiedergewonnen werden, oder durch einen frisch erzeugten Funken, welchen ein Brennspiegel von dem aufgefangenen Strahl des ewig reinen Sonnenfeuers oder das Aneinanderreiben zweier Hölzer gab. übrigens widerspricht jenem Berichte sowie der ebendaselbst (2 Makk. 1) erzählten Fabel von der Auffindung des heil. Feuers nach der Rückkehr der Juden aus dem babylon. Exil die rabbinische Überlieferung, nach welcher unter andern Heiligtümern auch das heil. Feuer dem zweiten Tempel gefehlt habe.