Horn, Stadt im nordwestl. Teile von Niederösterreich, Station der Linie Wien-Budweis der Kaiser S d ephbahn und der Zweigbahn Zellerndorf-H. der Österreichischen Nordwestbahn, ist Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts und zählt (1880) 2214 E., die sich neben den städti⸗ + Gewerben zum größten Teil mit Feldbau und iehzucht befassen. Die Stadt liegt in einer merkwürdigen Mulde des Granithochlandes, die westlich vom Manhartsberg begrenzt wird, hat ein interessantes Schloß der Grafen von Hoyos-Sprinzenstein, eine alte Pfarrkirche mit der gräflich Puchheimschen Familiengruft und vielen historisch merkwürdigen Grabsteinen und ein Gymnasium in dem ehemaligen Piaristenkloster, das gleichfalls eine Stiftung der Grafen Hoyos war und jetzt Landesan—⸗ stalt ist. Während der prot. Bewegung im Lande war H. der Mittelpunkt der kirchlichen Agitation. Dort hatten die Protestanten eine höhere Schule, dort wurde 1580 die Visitation der luth. Geistlichen des Landesteiles vorgenommen; dort verbanden sich 1609 die prot. Stände zum offenen Widerstand gegen die Regierung.