FeedHeinefetter (Sabine)
MusikBrockhaus 1882

Heinefetter (Sabine), Sängerin, geb. 19. Aug. 1809, war, ebenso wie ihre Schwester Klara, in ihrer Jugend Harfenistin. Zur Sängerin ausgebildet, betrat sie 1824 in Frankfurt a. M. zuerst die Bühne, kam dann nach Kassel, wo Spohr ihre Ausbildung vervollkommnete, und von da nach Paris. Hier von Tandolini unterrichtet, sang sie neben der Malibran und Sontag an der Italienischen Oper. Im J. 1829 nach Deutschland zurückgekehrt, wurde sie besonders in Wien enthusiastisch aufgenommen, 1832 an der mailänder Scala gefeiert. In den J. 1833 — 35 Mitglied des Königsstädtischen Theaters in Berlin, ging sie 1835 an das Hoftheater zu Dresden, 1836 wieder nach Mailand und gastierte darauf an verschiedenen Bühnen bis 1843, in welchem Jahre sie sich von der Bühne zurüczog. Im J. 1853 heiratete sie den Kaufmann Marguet in Marseille und starb irrsinnig 18. Nov. 1872 in der Heilanstalt Illenau. Zu ihren besten Rollen zählte Rosine, Romeo, Anna Bolena, Norma u. s. w. Sie war die Lehrerin ihrer Schwester Klara, nach ihrer Vermählung Stöckl-H. genannt, die ebenfalls eine schöne und trefflich geschulte Stimme besaß. Am 17. Febr. 1816 in Mainz geboren, begleitete sie ihre Schwe— ster nach Paris, genoß dort den Unterricht der Malibran und debütierte 1831 als Dame (Zauberflötes) und Neris (Medegy) mit großem Erfolg am Kärntnerthortheater zu Wien. Cicimara übernahm ihre weitere Ausbildung. Sie heiratete 1837 den Mimiker Franz Stöckl, ließ sich 1840 in London hören und durchzog dann wieder, wie schon früher, auf Gastreisen Deutschland. Seit 1855 irrsinnig, starb sie 24. Febr. 1857 in einer Irrenanstalt zu Wien. Iphigenie, Gräfin («Figaros Hochzeito), Leonore (Fidelioo), Norma u. s. w. gehörten zu den besten Leistungen ihres Repertoire. Auch die dritte Schwester, Kathinka H., geb. 1820, gest. 20. Dez. 1858 zu Freiburg i. Br., war eine vortreffliche, in Deutschland und Frankreich geschätzte Sängerin.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 43Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 5

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Musik 6