FeedHeinrich von Lettland
ReligionBrockhaus 1882

Heinrich von Lettland, der Verfasser der „(Origines Livoniae sacrae et civileso, geb. in Westfalen um 1187, kam in Begleitung des Bischofs Albert von Riga 1203 nach Livland. Mit Alobrand, dem Lettenapostel, kam H. 1208 in die lett. Provinz Tolowa, wo er an der Pmera (jetzt Sedde) seinen Sitz aufschlug. Seine missionare Wirksamkeit erstreckte sich bis in die Lettenprovinz Autine. Seit dem J. 1212 war H. dem Bischof Philipp von Ratzeburg während seines mehrjährigen Aufenthalts in Livland als Dolmetscher beigegeben, und begleitete ihn auch im Sommer 1215 zum Laterankonzil nach Rom. Nach Riga zurückgekehrt, schloß er sich 1216 als Missionar dem Esten-Bekehrungszuge an. In dem darauf ausbrechenden Streite zwischen den Dänen und den Deutschen um den Besitz von Estland vertrat H. in Reval 1220 egenüber dem dän. Bischof Wesselin die Ansprüche eines Bischofs Albert von Riga. Bei Erstürmung der estn.⸗russ. Zinsburg Tarbata (altruss. Jurjeff d. i. Dorpat) 1223 war er deim v und wurde 1225 dem päpstl. Legaten Wilhelm von Modena auf seiner balt. Rundreise als Dolmetscher mitgegeben. Im Winter 1225—26 schrieb H. seine Chronik nieder, welche vom J. 1184 bis 1227 reicht. Noch 1259 hatte er als Pfarrer in Papendorpe (Papendorf), dann in Ropa (ietzt Roop) seinen Wirkungskreis unter den Letten. Seine Chronik wurde zuerst von J. D. Gruber (Frankf. a. M. u. Lpz. 1740) veröffentlicht. Die beste deutsche Übersetzung stammt von E. Papst (Reval 1867), welche Arbeit Wilh. Arndt in seiner Ausgabe der Chronik für die Monumenta Germaniaen (Hannov. 1874) benutzte. Vgl. Hildebrand, «Die Chronik H.s» (Berl. 1865); Graf C. G. Sievers, «Die dteno Odgas⸗ und die Nationalität des Chronisten H.5 (Riga 1879).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 65Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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