Heinrich von Lausanne, oder Heinrich von Clugny, heißt der Begründer der ketzerischen Sekte der Heinrizianer, welche in der ersten Hälfte des 12. Jahrh. in Südfrankreich sich bildete. Aus der Schweiz oder aus Italien stammend, als Kind dem Orden der Cluniacenser übergeben, verließ H., nachdem er zum Diakon geweiht war, das Kloster, zog im Büßergewand von Ort zu Ort und predigte Uber die Verweltlichung der Kirche, gegen die überschätzung äußerer Ceremonien, gegen die Geldgier und Unsittlichkeit der Geistlichen u. dgl. Er vereinigte sich mit dem geistesverwandten Peter de Bruys, aber dieser ward um 1132 verbrannt, H. bald onzil v gefangen genommen und 1135 vor das Konzil von Pisa gestellt. Hier soll H. widerrufen haben. Bald nachher war er in der Gegend von Toulouse thätig. Seine Anhänger nahmen so zu, daß Papst Eugen III. den Kardinalbischof Alberich und den heil. Bernhard von Clairvaux gegen sie aussandte. H. ward gefangen genommen und dem Bischof von Toulouse zur Bestrafung ubergeben, starb aber bald nachher ums J. 1148.